Allgemein

Imke Sonnenberg (Vorstandsreferentin LAG FW) und João Ernesto Guerreiro (AWO Bremen) im Gespräch mit der Europaabgeordneten Katrin Langensiepen.

Im Martinsclub in Vegesack folgten 35 Personen den Ausführungen von Frau Langensiepen zum Green Deal. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt bis 2050 klimaneutral zu sein.

Wie kann dieses Ziel realisiert werden, wenn die Akteure der freien Wohlfahrts-pflege den gesetzlichen Regelungen der Gemeinnützigkeit unterliegen? Wenn die Dienstleistungen über Leistungsentgelte finanziert werden, d.h. der Leistungserbringer nicht frei in der Kostenkalkulation ist? Oder wenn Leistungen über Zuwendungen finanziert werden, die zeitliche befristet sind. Investitionen in den Klimaschutz sind bisher nicht refinanziert.

Nachhaltigkeitsziele sollten daher im Sozialrecht verankert werden, so Imke Sonnenberg, um die Refinanzierung überhaupt erst zu ermöglichen. Die Sanierung von Pflegeeinrichtungen, von Jugendfreizeitheimen oder Unterkünften für Geflüchtete zu energieeffizienten Einrichtungen, wird kostspielig.

Der im Green Deal enthaltene Klima-Sozialfonds soll 2026 aufgelegt werden, um Menschen in prekären Lebenslagen zu unterstützen und dafür Sorge zu tragen, dass der Wandel sozial gerecht durchgeführt wird. Hierbei ist darauf zu achten, so Sonnenberg und Guerreiro, dass Informationen weit verbreitet werden, dass die Antragstellung niedrigschwellig durchgeführt werden kann und ohne Bürokratie-aufwand abläuft. Nur so kann gewährleistet werden, dass das Geld auch den Personen zugutekommt, die es dringend benötigen.

Die freie Wohlfahrtspflege in Bremen, als großer Arbeitgeber, wünscht sich eine klimaneutrale Transformation der Sozialwirtschaft, analog zu der der Stahlwerke, mit einem Sondervermögen für energetische Sanierungsmaßnahmen, um soziale Dienstleistungen, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht, anbieten zu können. Dieses wünscht sich Sonnenberg zum Abschluss der Veranstaltung.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Heiner Schomburg.

Gemeinsam mit den Unternehmensverbänden im Lande Bremen, dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) und der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven lud die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege e.V. am 8. Mai 2024 zu einer Podiumsdiskussion ein. Hier wurde über den Versorgungsmangel in der Pflege und die Auswirkungen auf die Wirtschaft thematisiert. Rund 70 Personen folgten den Ausführungen.

Frau Senatorin Bernhard diskutierte angeregt mit Martin Böckmann (LAG), Sven Beyer (bpi), Prof. Dr. Irene Gerlach (Forschungszentrum Familienpolitik, Münster) und der Personalleiterin der BSAG, Frau Ulrike Wagner.

Jeder 6. Pflegeplatz kann laut aktuellem Landespflegebericht nicht belegt werden. Diese Situation wirkt sich auch auf die Wirtschaft aus, da zunehmend Mitarbeitende in Unternehmen die Arbeitszeit reduzieren, um die Versorgung von Angehörigen zu übernehmen. Wie kann man dem Begegnen und die Situation verbessern?

Ausbildung, Ausbildung, Ausbildung war eines der Stichworte. Darüber hinaus mehr Vernetzung auf Stadtteileben und gute, niedrigschwellige Informationssysteme über Angebote, Leistungen und die jeweilige Antragsstellung.

Mitarbeiterbindung und -gewinnung, so Frau Prof. Gerlach, sei das Resultat, wenn Firmen Maßnahmen anbieten, die es den Mitarbeitenden ermöglichen pflegerische Anteile bei ihren Angehörigen zu übernehmen.

Auch wenn viele Stellschrauben auf der Bundesebene liegen, haben Politik, Verwaltung, Verbände und Wirtschaft vor Ort durchaus Gestaltungsspielraum. Diesen gilt es durch eine konstruktive Zusammenarbeit zu nutzen!

Gemeinsam mit dem bpa, der Handelskammer und den Unternehmensverbänden im Land Bremen lädt die LAG zu folgender Veranstaltung ein:

Wer für seine Angehörigen keinen Pflegeplatz findet, fehlt morgen selbst bei der Arbeit

– wie der Versorgungsmangel in der Pflege der Gesamtwirtschaft schadet

8. Mai 2024 um 16:30

ATLANTIC Grand Hotel Bremen

Weiter Informationen zur Anmeldung und zum Ablauf entnehmen Sie bitte dem Dokument zum Download.

„Diese Arbeit war für mich immer mehr als nur ein Job, es war eine Passion!“

Nach vielen engagierten, streitbaren und erfolgreichen Jahren der Zusammenarbeit mit der LAG stellt sich Sara Dahnken nun neuen beruflichen Herausforderungen.

Für die LAG war sie als Delegierte im Jugendhilfeausschuss vertreten und hat sich u.a. in dem AK Jugendförderung für die Belange von Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Zum Abschied betonte sie: „Versucht weiterhin miteinander zu kommunizieren und zusammen etwas zu schaffen, auch wenn die Interessen unterschiedliche sind“.

Wir danken Sara Dahnken für ihre langjährige Unterstützung und ihren unermüdlichen Einsatz im Sinne der Kinder und Jugendlichen im Land Bremen und wünschen ihr spannende Aufgaben in ihrem neuen beruflichen Kontext.

Willkommen neue Kolleginnen und Kollegen

An der Hochschule Bremen wurden am 29.02.24 insgesamt 23 Studierende mit dem Bachelor in Sozialer Arbeit verabschiedet. Ab dem 01.03. starten sie in ihre berufliche Zukunft. Die meisten von ihnen bei dem Träger, bei dem sie bereits während ihres Studiums in der Praxis tätig waren.

Zwei dieser Studierenden haben ihren Studienplatz über die LAG erhalten. Hannah Höftmann arbeitete während ihres Studiums im St. Theresienhaus Kinder- und Jugendhilfe und Niklas Grahl bei der Caritas-Erziehungshilfe gGmbH.

Als Vertreterin der LAG war Frau Gabriele Witte von der Caritas-Erziehungshilfe gGmbH für die Organisation und Umsetzung der Veranstaltung mitverantwortlich.

In ihrer Abschiedsrede betonte sie, gemeinsam mit Frau Ehebrecht vom AfZ, die starke Verzahnung von Theorie und Praxis in diesem Studiengang. Sie bedankte sich für die tolle Zusammenarbeit mit der Hochschule und den gemeinsamen Willen in schwierigen Situationen gemeinsame Lösungen zu finden. Der Studiengang lebt vom Engagement und von der Begeisterung aller Beteiligten.

Aufgrund des großen Erfolges werden im kommenden Studiengang sieben Studienplätze über die LAG vergeben.

Bremen, 15.11.23 Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Bremen (LAG FW) hat eine neue Leitung der Geschäftsstelle: Imke Sonnenberg (52) wird zum 15. November 2023 als neue Vorstandsreferentin die Interessen und Anliegen Bremer Wohlfahrtspflege koordinieren und vertreten. Die LAG ist die Dachorganisation der Wohlfahrtsverbände in Bremen und Bremerhaven, zu der die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Diakonie, der Paritätische und die Jüdische Gemeinde zählen.

 

Von der Streetworkerin zur Geschäftsführerin

Die neue Vorstandsreferentin Imke Sonnenberg verfügt über viel Erfahrung in der Sozialen Arbeit und im Bildungssektor. Nach ihrem Studium arbeitete die Diplom-Sozialpädagogin zunächst acht Jahre lang als Streetworkerin mit Jugendlichen. Von 2000 bis 2004 war sie Teil der Geschäftsführung beim Bremer Verein VAJA (Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit). Durch ein Fernstudium im Bereich Management von Sozial- und Gesundheitseinrichtungen qualifizierte sich Imke Sonnenberg für die Leitung größerer Einrichtungen und war unter anderem zehn Jahre lang für die Alumni-Arbeit an der Jacobs University Bremen verantwortlich. 2015 wechselte sie zur be:at GmbH, einer Transfergesellschaft, die Unternehmen sowie Betriebsräte und Gewerkschaften bei Transformationsprozessen begleitet und Mitarbeitende beim beruflichen Neustart unterstützt. Seit 2021 war sie dort als Geschäftsführerin tätig.

 

„Ich freue mich, diese wichtige Aufgabe in Bremen zu übernehmen,“ sagt Imke Sonnenberg. „Mit über 30.000 Beschäftigten und rund 10.000 Ehrenamtlichen ist die Wohlfahrtspflege ein wichtiger Akteur für den sozialen Zusammenhalt in Bremen und Bremerhaven“, so die 52-Jährige. Sie werde sich dafür einsetzen, die Angebotsstruktur zukunftsfähig zu erhalten und in der Öffentlichkeit noch sichtbarer zu machen. Auch Martin Böckmann, Vorstandssprecher der LAG FW und Direktor der Caritas, freut sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Vorstandsreferentin: „Ich bin sicher, dass Frau Sonnenberg mit ihrer Erfahrung, ihrer Menschenkenntnis und ihrem Engagement die Interessen der Wohlfahrtspflege gut vertreten und durchsetzen wird.“

Aktionstag beschäftigt sich mit finanziellen Unsicherheiten bei der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer

„Der Aktionstag hat deutlich gemacht, wie wertvoll die Arbeit der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer ist“, sagte Sarah Ryglewski, Abgeordnete der SPD im Bundestag, zum Abschluss des Aktionstages mit dem Titel „Bitte zum Beratungs-Buffet“ der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) im Foyer des Theaters Bremen. Das Thema lautete dabei „Unsicherheiten bei der Finanzierung der Migrationsberatung für Erwachsene“ und dieses Titelthema spiegelt die ganze Problematik wider, der die LAG FW seit Jahren gegenübersteht: „Es ist in den ganzen Jahren nichts umgesetzt worden, was wir gefordert haben“, sagte dann auch Veranstalterin Lucyna Bogacki, Landeskoordinatorin für Migration für die LAG FW.

Die problematische Lage der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) wird deutlich durch die sichtbare Absenkung der Bundeszuschüsse: 2021 bezuschusste der Bund die MBE mit 71 Millionen Euro und diese Summe wurde 2022 dann durch Sondermittel sogar noch auf 79,2 Millionen Euro aufgestockt. Begründet wurde dieser Mittelanstieg auch durch den Beratungsbedarfs von Geflüchteten aus der Ukraine. Ab 2023 sollen die Mittel für die Integrationsmaßnahmen nun drastisch verringert werden – für die MBE würde dies bedeuten, dass ihr im Vergleich zu 2022 dann mehr als 25 Prozent weniger Mittel zur Verfügung stünden. Der neue Wert würde sich dann auf nur noch 57 Millionen Euro belaufen.

„In diesem Jahr wurden uns Mittel bewilligt, um zwei zusätzliche Stellen zu finanzieren“, erzählte Lucyna Bogacki zu Beginn des Aktionstages. Doch diese zusätzlichen Stellen sollen wieder gekürzt werden. Zudem gebe es für Asylverfahrensberatung noch gar keine Bundesmittel, hier finanziert das Land Bremen eine Stelle, allerdings für die Städte Bremen und Bremerhaven zusammen. „Das Bundeskabinett hat die Kürzung schon beschlossen“, sagte Lucyna Bogacki, „und unsere einzige Hoffnung ist, dass Sie nicht dafür stimmen.“

„Sie“, das waren Bremer Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Parteien auf Landes- und Bundesebene: Sarah Ryglewski sowie Arno Gottschalk von der SPD und Sigrid Grönert und Thomas Röwekamp von der CDU. Dabei waren aber auch Nadezhda Milanova, Migrations- und Integrationsbeauftragte im Land Bremen, Dorin Bischoff, Leiterin des Bremer Migrationsamts sowie Georg-Christoph Schlee, Leiter der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Und auf die Frage Lucyna Bogackis, welche Chancen bestehen, dass die MBE nicht von der Kürzung betroffen wird, antwortete Sarah Ryglewski: „Ich bin optimistisch, die Mittelkürzung in Grenzen zu halten oder ganz abzuwenden. Die Ministerien haben ziemlich pauschal gekürzt und wir werden schauen, die Summen hin- und herzuschieben, damit es klappt.“ Denn Sarah Ryglewski sagte auch: „Wegen der Ukraine gibt es ja auch einen erhöhten Handlungsbedarf.“

Auch Arno Gottschalk sagte, dass sich die Regierung im Hinblick auf die Ukraine eine Kürzung nicht leisten könne: „Meine Botschaft ist aber nicht, dass ich verkünde, wir würden als Land Bremen die Mittel des Bundes übernehmen. Ich gehe davon aus, dass, wenn die Feinarbeit anfängt, die Dinge nach Wichtigkeit und Priorität neu bewertet werden.“ Thomas Röwekamp meinte, die Mittel seien aus der Koalition aus SPD, CDU und CSU zur Verfügung gestellt worden: „Ich sehe keinen Grund, diese Mittel abzuschmelzen.“ Er habe sich gewünscht, dass die Mittel in der ersten Haushaltslesung berücksichtigt worden wären: „Es ist eine Frage der Schwerpunktsetzung. Ich habe die Hoffnung, bis zur Gesetzesfassung die Mittel wieder aufzustocken.“

Sigrid Grönert sagte: „Wenn ich sehe, dass wir vom Ankunftsniveau das Niveau von 2015 überschritten haben, dann kann ich nicht verstehen, was auf Bundesebene passiert. Ich halte es für falsch, wenn so viele Stellen wegfallen würden. Ich bin dafür, dass die Mittel mindestens auf dem Niveau von 2021 bleiben.“ Es gehöre dazu, dass eine gute Integration gewährleistet sein müsse.

Regelrecht „offene Türen“ würden die Vertreterinnen und Vertreter der Parteien bei ihm einlaufen, sagte Georg-Christoph Schlee: „Wir sind dafür, dass die Arbeit der LAG ausgebaut wird“, meinte der Leiter der Bremer BAMF-Außenstelle. „Wir sind überrascht, wie stark gekürzt werden soll. Wenn man gute Strukturen über Jahre aufgebaut hat, müssen diese Strukturen auch erhalten werden.“

Nadezhda Milanova berichtete dem Publikum, dass das Land Bremen die Mittel im Bereich der Migrationsberatung aufstocken würde: „Das kann sich schon sehen lassen“, sagte sie, „die Migrationszahlen sind angestiegen, das Land bezahlt 4,9 Vollzeitstellen.“ Sie betonte aber auch die Wichtigkeit der Arbeit: „Die Begleitung, die die Kolleginnen und Kollegen in der Beratung täglich leisten, ist enorm. Wir wollen uns für die Fortführung der Finanzierung der Mittel einsetzen“, sagte die Migrations- und Integrationsbeauftragte im Land Bremen. Denn die Gruppe der Beratungsberechtigten werde größer: „Ich hoffe, dass Bund und Länder Lösungen finden und die wichtige Beratungsarbeit fortsetzen.“

Es seien unfassbar viele Menschen, die nach Bremen kämen, sagte Dorin Bischoff anschließend, „vor diesem Hintergrund zu sagen, dass die Mittel gekürzt werden, ist unverständlich. Wir brauchen Migrationsberatung, darauf können wir als Amt nicht verzichten.“

Abschließend richtete Lucyna Bogacki das Wort an die Gäste auf dem Podium: „Alle Wohlfahrtsverbände sind beunruhigt und bitten um Hilfe. Wir setzen auf Sie!“

Verbände fordern schnelle Verhandlungen über die Refinanzierung steigender Energie- und Lebensmittelkosten

Inflation, steigende Lebensmittelpreise und vor allem die explodierenden Energiekosten setzen die Pflegeeinrichtungen in Bremen unter Druck. Großer Preistreiber sind dabei weiterhin vor allem die Gaspreise. Darauf weisen die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Bremen e.V. (LAG) und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) hin.

„Damit stehen die Pflegeeinrichtungen plötzlich vor zusätzlichen Kosten, die niemand vorhersehen konnte. Das ist in manchen Fällen existenzgefährdend“, sagt der Bremer Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Sven Beyer. „Diese Sachkosten sind in langfristigen Verträgen mit den Kostenträgern vereinbart. Deshalb muss jetzt nachverhandelt werden.“

Es ist gesetzlich geregelt, dass die Refinanzierung der Sachkosten bei wesentlichen Veränderungen neu gestaltet werden muss. Entsprechende Verhandlungen mit den Kostenträgern, also Kranken- und Pflegekassen sowie Sozialhilfeträger, haben die Pflegedienste und -einrichtungen bereits aufgenommen. Dabei geht es aber erstmals nicht um reguläre Kostensteigerungen im einstelligen Prozentbereich, sondern um dringend notwendige deutliche Anpassungen, in einem einfachen, flexiblen und an die Sachlage angepassten Verfahren. Allein die allgemeine Preissteigerung beträgt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes derzeit 7,5 Prozent, zusätzlich haben sich Gaspreise im Schnitt verdreifacht und bei einzelnen Versorgern verzehnfacht.

„Wir begrüßen, dass der erste Blick bei diesen unerwarteten und immensen Kostensteigerungen auf die Privathaushalte gerichtet ist“, sagt Iris von Engeln, Geschäftsführerin der LAG. „Ergänzend muss die soziale Infrastruktur jetzt schnell, unkompliziert und in angemessener Höhe unterstützt werden, denn den Versorgungsauftrag für pflegebedürftige Menschen erfüllen die Leistungserbringer und Leistungsträger gemeinsam.“

LAG und bpa fordern die Kostenträger auf, in den Verhandlungen die tatsächlichen Steigerungen bei zentralen Sachkosten auch zu berücksichtigen. Nur mit auskömmlichen Refinanzierung sei die pflegerische Versorgung in der Hansestadt gesichert.

Freie Wohlfahrtspflege Bremen fordert bessere Rahmenbedingungen

Bremen, 17.8.2022 – Die Arbeit in einer Altenpflegeeinrichtung verlangt neben der professionellen pflegerischen Versorgung von den Pflegekräften Geduld und Kraft für den Umgang mit allen menschlichen Nöten, die ihnen in der Arbeit begegnen. Die wachsende Personalnot führt zu einer Arbeitsverdichtung, die als Dauerzustand nicht länger tragbar ist. Oft erklären sich erholungsbedürftige Pflegekräfte bereit, zusätzliche Dienste zu übernehmen, damit die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen sichergestellt wird. Denn zusätzlich zu der bestehenden Personalnot ist in vielen Einrichtungen durch Krankheit oder Quarantänen die Personaldecke so dünn wie nie zuvor. Und die Arbeitsbedingungen haben sich durch die notwendigen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie weiter erschwert. Schutzmaßnahmen wie z.B. das Tragen von FFP2-Masken während des gesamten Dienstes sind aktuell notwendig. Die ohnehin anstrengende Arbeit wird noch belastender und regelmäßige Atempausen sind erforderlich. Pflegekräfte üben täglich den Spagat zwischen Nähe und Schutz der vulnerablen pflegebedürftigen Menschen. Neben den körperlichen Belastungen nehmen die psychischen Belastungen bei den Pflegekräften zu.

„Die Herausforderungen und Probleme der Altenhilfe haben sich während der Covid-19 Pandemie massiv verstärkt. Mitarbeitende und Träger sind nach über zweieinhalb Jahren Pandemie und der entsprechenden Pflegepolitik am Ende ihrer Kapazitäten  und Reserven angekommen: Sie können die pandemiebedingten zusätzlichen Aufgaben und den hohen Personalausfall nicht mehr kompensieren. Die Versorgungsqualität und der Sicherstellungsauftrag sind gefährdet“, mahnt Martina kleine Bornhorst, Caritasverband Bremen.

Die Kosten für die notwendigen Schutzmaßnahmen wie FFP2-Masken werden seit dem Auslaufen des Pflegeschutzschirmes nicht mehr zusätzlich finanziert. Besucher kommen ihrer Eigenverantwortung nach, indem sie kostenlose Tests vorweisen. Hierfür nehmen sie teils lange Wege zu Corona-Teststellen in Kauf. Eine Ausweitung des Angebots von kostenlosen Testmöglichkeiten in den Stadtteilen ist notwendig.

Die angespannte Lage wird durch die allgemeine Teuerung verschärft. Iris von Engeln, Geschäftsführerin der LAG, macht deutlich: „Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege müssen nicht nur die Personalnot bewältigen, sondern dazu die Qualität ihrer Angebote trotz anhaltender Pandemie und rasant steigender Preise halten. Die Kostenträger müssen Dienste und Einrichtungen finanziell stabil durch diese besondere Situation und darüber hinaus bringen. Davon profitieren die pflegebedürftigen Menschen, ihre Angehörigen und die gesamte Gesellschaft.“

Die Anbieter von Schulbegleitung unter dem Dach der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bremen (LAG) suchen seit mehreren Jahren nach gemeinsamen Wegen mit Schulen und Behörden, um die Inklusion der Kinder mit Assistenz- und Begleitungsbedarf im Schulsystem zu verbessern. Eine nähere Betrachtung der bestehenden Poollösungen und die Öffnung für Kinder mit einer drohenden seelischen Beeinträchtigung in einem systemischen Ansatz sind wichtige Schritte in die richtige Richtung, um Schulbegleitungskräfte in das Schulleben besser einzubinden. Eine Vielzahl von wesentlichen Einzelfragen wird im Laufe der neuen Pilotphase systemischer Ansatz in einem Bremer Quartier und einer Evaluation des Modells Poollösungen zu klären sein. Die LAG unterstützt die Öffnung von Schulen für mehr Inklusion für Kinder in einem transparenten Kommunikationsprozess mit allen Beteiligten.

Teilhabe an Bildung ist ein individueller Rechtsanspruch eines Kindes mit entsprechenden Bedarfen. Die große Herausforderung von Inklusion bleibt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Förderung des einzelnen Kindes und Unterstützung seines Umfeldes. Der neue systemische Weg kann erfolgreich werden, wenn Schulen die fachlichen Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen der freien Träger, die die Schulbegleitungskräfte anstellen, fortbilden und begleiten, mit ihren eigenen Kompetenzen verzahnen. Die individuellen Bedarfe der Kinder müssen maßgebend bleiben.

Kritisch sehen wir die Idee, Schule selbst perspektivisch mit der Aufgabe der Schulbegleitung zu betrauen. Denn Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams ist die Grundlage, auf der alle Kinder eine Chance auf gutes Aufwachsen, Lernen und Entwicklung in ihrem Schulleben haben. Teilhabe an Bildung für Kinder braucht die Experten für Teilhabe der freien Träger genauso wie die Experten für Bildung der Schulen. Im System Schule muss auch zukünftig die vereinte Expertise für alle Kinder wirksam werden.

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