Offene Jugendarbeit in Not

Bremen, 17.02.2020 Am kommenden Donnerstag dem 20. Februar tagt um 16.00 Uhr erstmals in diesem Jahr der Jugendhilfeausschuss. Jugendliche aus nahezu allen Stadtteilen Bremens wollen bei dieser Sitzung auf die äußerst schwierige Situation der Offenen Jugendarbeit aufmerksam machen. In vielen Stadtteilen stehen erhebliche Einschränkungen der Angebote an.

Das sah im Sommer noch ganz anders aus. Am 2. Juli präsentierten die Einrichtungen erfolg-reich Ihre Arbeit in Bremens guter Stube. Beim Youth Future Day zeigten die Jugendlichen was sie alles auf die Beine stellen können. „Junge Menschen brauchen diese Orte und Räume in dieser Stadt, in denen sie sich frei und vor allem freiwillig entfalten können. Die offene Jugendarbeit ist für die persönliche Entwicklung von Jugendlich extrem hilfreich, notwendig und eine gesetzlich verankerte Pflichtaufgabe der Länder und Kommunen. Nur ist diese Pflichtaufgabe im Land Bremen nicht ausreichend finanziert.“, resümierten Ulli Barde (Paritätischer) und Sara Dahnken (Deutsches Rotes Kreuz) die erfolgreiche Aktion, um bei den Koalitionsverhandlungen für die Offene Jugendarbeit endlich einen angemessenen und auch finanziellen Stellenwert zu erreichen. Das Ergebnis zeigte sich im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien. Die Offene Jugendarbeit soll danach künftig einen hohen Stellenwert in Bremens Jugendförderung erhalten,; stadtteilübergreifende Projekte (wie z. B. den Funpark Kattenturm, Kinder- und Jugendfarmen, sowie die Anlagen des Sportgartens)sollen erstmals verlässlich abgesichert und die Teuerungsrate bei Personal- und Sachkosten – wie in allen anderen Feldern der Jugendarbeit üblich – berücksichtigt werden.

„Nun droht durch die haushaltslose Zeit aber vielen Einrichtungen die Puste auszugehen. Wichtigen Projekten droht das Aus. Die LAG FW will durch die geplante Aktion auf die hervor-ragende Arbeit und auf die Bedeutung einer auskömmlichen Finanzierung der offenen Jugendarbeit hinweisen. Jugendförderung braucht verlässliche Förderung, um den sozialen Frieden zu wahren“, sagt Manfred Meyer, Vorstandsmitglied der LAG FW.

Faro Tuncel (Diakonisches Werk Kinder und Jugendhilfe) ergänzt: „Die Freien Träger unter-stützen seit Jahren mit erheblichen eigenen Mitteln die Arbeit mit den Jugendlichen. Die der-zeitige Situation bedeuten drastische Einschnitte, die Reduzierung der Öffnungszeiten, Einstellung von Wochenendangeboten, keine Programmmittel für Jugendarbeit, Aussetzen der laufenden Instandhaltung. Die Teilhabe der Jugendlichen wird ausgesetzt.“

Anlage: Aufstellung der LAG zu der Situation der Jugendförderung in den Stadtteilen

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