Bremer Erklärung: Licht mit Schatten

Bremen, 18.9.2018 Die heute vorgelegte Bremer Erklärung „Gute Arbeit in Kitas“ ist grundsätzlich zu begrüßen und wird von den Wohlfahrtsverbänden in Bremen und Bremerhaven weitgehend unterstützt. In einem Punkt hätten sich die Wohlfahrtsverbände aber vom Senat und der Gewerkschaft Ver.di mehr Mut gewünscht: Die notwendige Gewinnung von Fachkräften für Kitas wird ohne eine umfassende Reform der Erzieherinnenausbildung nicht gelingen. Der Senat deutet diese Notwendigkeit nur in allgemeiner Form an, wenn er betont, dass „finanzielle Anreize“ und „die Verkürzung von Ausbildungszeiten“ weiterverfolgt werden. „Es wäre notwendig gewesen, wenn der Senat hier Klartext gesprochen hätte,“ betont Arnold Knigge, Vorstandssprecher der Bremer Wohlfahrtsverbände, „es geht darum den beschrittenen Weg der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) in den nächsten Jahren fortzusetzen und diese Ausbildungsform künftig als Regelausbildung mit Vergütung und verkürzter Ausbildungszeit auszugestalten, die Ausbildungsinhalte in den Fachschulen zu aktualisieren und die völlige Schulgeldfreiheit für diese Ausbildung abzusichern.“ Nur so könne die Erzieherinnenausbildung für junge Leute attraktiver werden.

Einen zweiten Punkt der Bremer Erklärung sehen die Wohlfahrtsverbände eher kritisch: Die angekündigte „vorübergehende, kurzfristige Flexibilisierung der Gruppengrößen“. “ Wenn damit eine dauerhafte Geltung der im letzten Jahr eingeführten Möglichkeit gemeint ist, die Gruppenzahl um ein 21. Kind zu erhöhen, dann lehnen wir dies ab“, so Arnold Knigge.