Wohlfahrtsverbände weisen schiefe Darstellung des Sozialstaatsrats zurück

„Wir haben sehr wohl gehandelt, Herr Fries!“

Wohlfahrtsverbände weisen schiefe Darstellung des Sozialstaatsrats zurück

Bremen, 3.11.2017   Im Zusammenhang mit der Insolvenz der Akademie Kannenberg hat Sozialstaatsrat Fries in der gestrigen Sendung von Buten un Binnen ausgeführt, dass die Akademie bei der Betreuung von Problemfällen unter den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen „gehandelt und nicht nur geredet“ habe und das Sozialressort ihm dafür „sehr dankbar“ sei. Mit dieser Äußerung erweckt Herr Fries den völlig schiefen Eindruck in der Öffentlichkeit, als hätten sich die anderen Träger der Flüchtlingshilfe in Bremen dieser Aufgabe entzogen. Gegen diese Darstellung verwahren sich die Bremer Wohlfahrtsverbände mit allem Nachdruck. Die in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) organisierten Träger der Flüchtlingshilfe haben Ende 2014 und danach immer wieder gefordert, die Betreuung von straffällig gewordenen Jugendlichen nach bewährten Standards der Jugendhilfe und nicht nach populistischen Vorgaben von „robusten“ oder „geschlossenen“ Einrichtungen zu organisieren. Das Sozialressort hat stattdessen die Akademie mit dieser Aufgabe beauftragt, ohne Inhalte und Ziele dieser Betreuung vorher konzeptionell klar zu definieren. „Für diesen „jugendpolitischen Blindflug“ haben sich unsere Träger nicht bereit erklären können,“ sagen Arnold Knigge, Vorstandssprecher der LAG FW und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Pastor Manfred Meyer, Vorstand LAG FW, „dazu bekennen wir uns auch heute noch in voller Verantwortung gegenüber diesen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.“

Dass die Wohlfahrtsverbände sich jugendpolitisch sehr wohl für diese Gruppe engagiert haben, beweisen die zahlreichen Betreuungsplätze, die sie für die Jugendlichen vorhalten. Nach dem gegenwärtigen Stand unterhalten die Träger der LAG FW 416 Plätze, die Akademie Kannenberg 236 Plätze. Außerdem haben die Wohlfahrtsverbände seit Beginn der verstärkten Zuwanderung von Flüchtlingen die konzeptionelle Arbeit vorangetrieben und beispielsweise neue Projekte der Prävention und Haftvermeidung entwickelt. „Wir würden uns freuen, wenn Herr Staatsrat Fries diese Bemühungen um die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge anerkennen würde, statt die Wohlfahrtsverbände in eine „Verweigerungsecke“ zu stellen,“ so Arnold Knigge und Manfred Meyer von der LAG FW.